Hallo, ich bin Peggy, eine quirlige schwarz-weiß gezeichnete Katze mit einem Stummelschwanz. Kurz vor Weihnachten 2004 traf ich auf dem Süßhof ein. Dort leben schon fünf Katzen, da kommt es auf eine mehr auch nicht an, dachte ich mir, und blieb.
 
 
 
 
Jeden Tag kommt ein weiblicher Dosenöffner und serviert dem Kater Charly eine ganze Dose Katzenfutter! Der Kater Black-Jack bekommt auch eine Dose, damit er den Charly in ruhe fressen lässt.
 
 
 
 
Also bin ich zum Charly gegangen, wenn er beim Essen war, und hab mir was von seinem Teller geangelt. Er hat mich ganz genervt angefaucht und ist weg gegangen. Dann hat mich der Dosenöffner am Kragen gepackt und in einen Raum gesperrt, bis der Charly mit essen fertig war. Sie dachten wohl, mich würde das abschrecken und ich würde weiter ziehen. Aber ich hab sofort gemerkt, das dieser Dosenöffner nicht wirklich böse ist. Schließlich habe ich doch was zu essen gekriegt.
 
 
Als ich nach einigen Tagen immer noch da war, wurde ich beim Fundbüro als Fundtier gemeldet. Sie haben eine Fundanzeige in die Zeitung gesetzt. Sie wollten mich nicht in das Tierheim "Katzenhaus" lassen, weil ich keinen Impfausweis dabei hatte.
 
 
 
 
Mein Dosenöffner hat viele Zettel mit meinem Bild und ihrer Telefonnummer in den Einkaufsmärkten aufgehängt, damit mich mein alter Dosenöffner erkennt und sich meldet. Mehrere Dosenöffner riefen an, die ihre schwarz-weißen Kater und Katzen vermissten. Aber keiner davon vermisste mich.
 
 
 
 
Damit mein Dosenöffner im Frühjahr nicht auch noch den Nachwuchs von mir durchfüttern muss, hat sie mich zum Tierarzt gebracht. Der hat mich sterilisiert, entwurmt und geimpft. Er schätzt mich auf Jahrgang 2003.
 
 
 
 
Eine Woche, nachdem ich hier angekommen bin, ist Charly weggelaufen. Es war ihm hier zu stressig geworden. Vielleicht habe ich ihm auch seinen Lieblings Schlafplatz weggenommen. Er ist halt ein alter Kater und ein bisschen zu empfindlich.
 
 
 
 
Mir geht es jedenfalls gut. Nur der schwarze Kater Balou jagt mich manchmal. Er kann mich wohl nicht leiden. Geht mir auch so.
 
 
 
 
 
Einen Monat später ist mein Dosenöffner wieder mit mir zum Tierarzt. Ich bekam die zweite Impfung gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Tollwut. Jetzt hab ich die Grundimmunisierung und habe für ein Jahr Ruhe. Ein Mittel gegen Flöhe habe ich in den Nacken gerieben bekommen, und drei Tage darauf noch mal eine Wurmtablette.
 
 
 
Amber, die Border-Collie Hündin vom Hof mag mich. Sie leckt mich sogar ab. Nur wenn ich in ihre Wohnung laufe, sobald die Türe auf geht, schimpft sie mit mir. Aber ich bin ausdauernd.
 
 
 
 
 
Wenn mein Dosenöffner auf dem Hof ist, beobachte ich genau, was sie macht. Geht sie aus meinem Beobachtungsbereich, renne ich mit erhobenem Stummelschwänzchen an ihr vorbei zu meiner nächsten Beobachtungsposition. Das macht Spaß!
 
 
 
 
Ich lasse mich unheimlich gern am Köpfchen kraulen. Will mich jemand hochheben, versuche ich aber schnell weg zu kommen.
 
 
 
 
 
Damit ich in Zukunft identifiziert werden kann, hat mich mein Dosenöffner bei TASSO registrieren lassen. TASSO ist ein zentrales Haustierregister, bei dem alle Haustiere von ihren Besitzern kostenlos gemeldet werden können. Sie bekommen dann einen Pass mit der Beschreibung des Tieres und eine achteckige Aluminium Marke mit der Persönlichen Registriernummer von dem Tier, die auch im Pass steht. Die Marke wird an das Halsband gehängt. Verläuft sich das Tier einmal und wird schlieslich von Menschen gefunden, so können diese die Telefonnummer von TASSO, die auf der Marke steht, anrufen. Dort erkennt man anhand der eingestanzten Nummer das Tier und verständigen den Besitzer, damit er es schnell wieder abholen kann. Dummerweise habe ich sie zusammen mit dem Halsband verloren.
Nach 6 Monaten geht eine Fundsache in den Besitz des Finders über, wenn sich niemand meldet. Mein neuer Dosenöffner wollte mich aber nicht behalten und suchte für mich nach einem warmen Plätzchen am Kamin.
Im Sommer 2005 habe ich ein neues Zuhause bekommen. Mein alter Dosenöffner hat den neuen Dosenöffner geraten, mich erst für ein paar Wochen nicht aus dem Haus zu lassen, bis ich mich dort auskenne und mir langweilig wird. Ich habe dort auch alles aus sicheren Verstecken beobachtet. Nach zwei Tagen haben mich die neuen Dosenöffner raus gelassen, und ich bin zum Essen zurückgekommen! Ansonsten fühle ich mich draußen wohler.
 
 
 
 
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